Obwohl der Mensch nicht der bevorzugte Wirtsorganismus für diesen Parasiten ist, kann es ebenfalls zur Infektion und damit zu ernsthaften Krankheitsbildern kommen. Innerhalb der Art Trypanosoma brucei werden drei Unterarten unterschieden, von denen nur eine für den Menschen gefährlich ist. Diese ist der Auslöser der westafrikanischen Schlafkrankheit. Wenn nicht entsprechend geimpft wurde, so kann die Immunantwort des Körpers vom Erreger umgangen werden. Die Behandlung der Schlafkrankheit ist möglich, trotzdem nicht immer erfolgreich.

Trypanosoma brucei Vorkommen

Wenn der Parasit nicht unabsichtlich von Reisenden verschleppt wird, so kommt er fast ausschließlich am afrikanischen Kontinent vor. Das bedeutendste Verbreitungsgebiet sind die westafrikanischen Viehzuchtgebiete und Savannen. Wie einige andere Krankheitserreger auch wird Trypanosoma mit dem blutsaugenden Stich der Tsetsefliege übertragen. Da sowohl Männchen als auch Weibchen mehrmals während ihres Lebens Blut saugen müssen, sind Übertragungen verschiedenster Erreger vorprogrammiert.

Trypanosoma brucei zeigt einen sehr komplexen Lebenszyklus, der auf das Überleben unter extremen Bedingungen sowie auf den häufigen Wirtswechsel abgestimmt ist. Wenn die Tsetsefliege Parasitenzellen aufnimmt, durchläuft der Erreger im Verdauungsystem des Zwischenwirtes mehrere Reifungsstadien, bevor er aus dem Darmkanal auswandert und bis in die Speicheldrüsen der Fliege vordringt. Von dort aus werden sowohl unreife Stadien als auch fortpflanzungsfähige Formen weiter übertragen.