Fortpflanzung und Verbreitung

Ein infizierter Mensch scheidet täglich bis zu neun Fortpflanzungssegmente, sogenannte Proglottiden aus. Diese Proglottiden können sich eigenständig fortbewegen, sodass sie teilweise weite Strecken zurücklegen, bis sie von Rindern aufgenommen werden. Dort befallen sie Zwerchfell, Lunge und Herz und warten auf die Wiederaufnahme durch den Menschen während des Nahrungsverzehrs.

Vorbeugung, Symptome und Therapien

Ungenügende Hygienebedingungen oder fehlende sanitäre Anlagen begünstigen die Verbreitung des Rinderbandwurms, da sich die Proglottiden bei einer Verrichtung der Notdurft auf einer normalen Toilette nicht ausbreiten können. Daher tritt der Befall durch den Rinderbandwurm häufig in Ländern mit einem niedrigen Entwicklungsstand auf. In Deutschland werden in der Regel alle Rindfleischarten vor Verkauf auf eventuellen Parasitenbefall überprüft.

Die Parasiten werden zudem beim mindestens fünfminütigen Braten oder Kochen des Fleisches ab 65 Grad abgetötet, sodass die Gefahr einer Infektion faktisch nur beim Genuss rohen oder unvollständig zubereiteten Rindfleisches besteht. In vielen Fällen verspürt man nach dem Befall durch den Rinderbandwurm keine Symptome, manchmal jedoch leiden Patienten unter Kopf- und Bauchschmerzen, Unwohlsein, Hunger oder Gewichtsverlust.

Eine etwaige Infektion kann man durch eine Begutachtung seines Stuhls feststellen; die weißen, einen Zentimeter großen Proglottiden sind darin gut sichtbar. Als Therapie reicht meistens eine Einzeldosis des Medikaments Praziquantel (10 mg/kg Körpergewicht) aus.