Allein in Deutschland sterben jährlich ca. 70.000 Menschen an einer Pneumokokken-Lungenentzündung. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kinder, Senioren und Menschen mit chronischen Krankheiten. Die Infektion kann binnen 48 Stunden tödlich verlaufen, wenn die Erreger massenhaft in die Blutbahn gelangen und eine Sepsis verursachen. Selbst die Gabe von Antibiotika kommt mitunter zu spät. Die Behandlung wird zusätzlich durch Resistenzen des Erregers gegen diverse Antibiotika erschwert. Neben der Lungenentzündung können Pneumokokken auch Hirnhaut-, Hornhaut-, Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen verursachen.

Um die Bevölkerung vor dem gefährlichen Erreger zu schützen wurde ein Impfstoff entwickelt. Für Säuglinge und Erwachsene stehen zwei verschieden Seren zur Verfügung. Außer der Impfung und den üblichen Hygienemaßnahmen gibt es keine spezifischen prophylaktischen Maßnahmen gegen die Erkrankung.

Pneumokokken werden in erster Linie durch den Kontakt mit kleinen Kindern übertragen. Eine Ansteckung per Tröpfcheninfektion durch erwachsene Personen ist selten. Ca. 5% der Bevölkerung tragen den Erreger permanent mit sich, ohne das dieser Beschwerden auslöst. Im höheren Alter, wenn das Immunsystem zunehmend schwächer wird, oder eine chronischer Erkrankung die körpereigene Abwehr schwächt, entfalten die Pneumokokken ihre pathogene Wirkung im Körper.
Gesunde Menschen mit vitalem Immunsystem erleben die Pneumokokken-Infektion wie eine harmlose Erkältung. Komplikationen treten bei ihnen nicht auf.