Fortpflanzung der Parasiten

Der adulte Parasit verbreitet sich, indem er seine Eier mit dem Kot des Endwirtes ausscheiden lässt. Als Zwischenwirte fungieren danach meistens verschiedene Schneckenarten, bis die im Larvenstadium befindlichen Leberegel diesen Körper verlassen und an Pflanzen in der Nähe der Wasseroberfläche auf die Aufnahme durch den Endwirt warten. Dort erreichen die Larven des großen Leberegels nach sechs Tagen das Leberparenchym, wo sie sich fünf Wochen vom dortigen Gewebe ernähren, bis sie im Gallengang erneut ihre Eier legen können.

Infizierung und Behandlung beim Menschen

In Europa infizieren sich Menschen häufig durch den Verzehr roher Brunnenkresse oder durch den Genuss von Fallobst, das auf dem Weideland von Rindern oder Schafen gefunden wurde. Bei einer Infektion mit dem großen Leberegel klagt der Patient meistens über kolikartige Schmerzen und leidet unter Fieber, Erbrechen und Übelkeit. Eine exakte Diagnose jedoch gestaltet sich als schwierig, da die Symptome der Fasziolose nicht von gewöhnlichen Leberkrankheiten zu unterscheiden sind und selbst weiterführende Tests wie die Sonographie keinen eindeutigen Befund liefern.

Anhand der Analyse der Gallenflüssigkeit beispielsweise nach einer Drainage wird der große Leberegel jedoch zweifelsfrei nachgewiesen; erfahrene Ärzte können das Vorhandensein der Parasiten auch durch die Bilder einer Computertomographie erkennen. Die Behandlung gegen den großen Leberegel verläuft schnell und unkompliziert, nach einmaliger Aufnahme des Medikaments Triclabendazol kann der Patient die Klinik nach wenigen Tagen verlassen.