Erkrankungen und Therapie

Verlässt Escherichia coli seinen natürlichen Lebensraum im Darmtrakt, kann dies schwere gesundheitliche Konsequenzen haben. Uropathogene Escherichia coli (UPEC) verursachen Harnwegsinfektionen; Sepsis auslösende Escherichia coli (SEPEC) sind für Blutvergiftungen, Bauchfell-, Gallengang- und Blinddarmentzündungen sowie Wundinfektionen verantwortlich. Bei Neugeborenen sind sogar Hirnhautentzündungen möglich (Meningitis auslösende Escherichia coli (MENEC)).

Infektionskrankheiten im Darm

Darüber hinaus kann Escherichia coli auch Infektionen im Darm verursachen. In diesem Zusammenhang sind vier spezielle Stämme von besonderer Bedeutung:
Enteropathogene Escherichia coli (EPEC) lösen durch die Produktion von Giftstoffen bei Säuglingen eine mitunter äußerst gefährliche Durchfallerkrankung aus.
Enterotoxische Escherichia coli (ETEC) sind häufig die Erreger der Reisediarrhoe (Montezumas Rache), gekennzeichnet durch massive wässrige Durchfälle. Bei der Behandlung ist in erster Linie darauf zu achten, den Wasser- und Elektrolytverlust auszugleichen.

Enteroinvasive Escherichia coli (EIEC) zerstören Darmschleimhautzellen und verursachen Entzündungen. Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) können der Grund für blutige Dickdarmentzündungen, Pankreatitis, akutes Nierenversagen und sogar neurologische Ausfälle sein. Sie sind ein häufiger Grund für Lebensmittelvergiftungen. Alle Erkrankungen mit Escherichia coli lassen sich durch gezielte Gabe von Antibiotika behandeln.

Vorbeugung

Zur Verhinderung einer Infektion mit Escherichia coli ist eine ordentliche Toilettenhygiene von zentraler Bedeutung. Besteht der Verdacht, dass Lebensmittel oder Trinkwasser verunreinigt sind, müssen diese vor dem Verzehr gekocht werden.