Clostridium botulinum ist ein Bodenbewohner der bei Vermehrung ein starkes Gift ausbildet. Das Botulinum Toxin, heutzutage hauptsächlich durch das in der Schönheitsindustrie angewandte Botox bekannt, ist auch die Ursache für die unter dem Namen Botulismus bekannte Krankheit. Da sich das Bakterium unter Sauerstoffabschluss im inneren von Lebensmitteln wie Rohschinken oder auch in Konserven vermehrt, dort Toxine bildet und Clostridium botulinum Bodenbewohner ist, finden sich die meisten Kontaminationen in Gemüsekonserven. Kontaminierte Lebensmittel können, je nach Grad der Kontaminierung, Lebensmittelvergiftungen auslösen und sogar zum Tode führen.

Wirkung des Toxins

Botulinumtoxin hemmt die neuromuskoläre Übertragung irreversibel. Die Kontraktion wird, je nach Dosis, bis zur Lähmung gehemmt und der Körper kann erst durch Neubildung der Nervenendigungen die normale Impulsübertragung wiederherstellen. Die Symptome des Botulismus, also der Vergiftung durch Nahrungsaufnahme sind Akkomodaionslähmung, Puppilenerweiterung, Doppeltsehen, Ptosis, Sprach- und Schluckstörungen, Muskelschwäche, Atemnot und Krämpfe jedoch weder Fieber und Diarrhoe. Die Latenz bis zum Auftreten der Symptome beträgt etwa 12 bis 24 Stunden, die Rekonvaleszens meist mehrere Wochen. In schweren Fällen tritt der Tod, meist durch Atemlähmung, Herzstillstand oder Bronchopneumonie, zwischen dem zweiten und zehnten Tag ein.

Nutzung des Toxins

Das Toxin des Clostridium botulinum wird, lokal appliziert, zur Lidkrampfbehandlung, bei der Therapie dystoner Kontraktion der perorbitalen Muskulatur und anderen spastischen Zuständen der quergestreiften Muskulatur, zum Beispiel Schiefhals, eingesetzt. Eine neue Indikation ist ,neben der faltenhemmenden Wirkung, übermäßiges Schwitzen.