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Ancyclostoma duodenale

Die Familie der Ancyclostomate ist eine weit verbreitete Parasitenordnung, von der zwei Arten den Menschen als Wirt nutzen. Besonders in den Tropen und Subtropen sind sie die dominierenden Wurmparasiten. Wird die Infektion nicht behandelt, kann sie letal enden, da Ancyclostoma duodenale sich ungehindert fortpflanzt und damit einen beträchtlichen Blutverlust seines Wirtes herbeiführt.

Die Erkrankung wird als Ancyclostomiasis bezeichnet und äußert sich durch Anämie und weitreichende Zerstörung der Darmzotten. Außerdem können Leibschmerzen auftreten. Infolge des Blutverlustes treten Abgespanntheit, Müdigkeit, Bewusstlosigkeit, Depression und Apathie auf. Es kann zu Herzversagen und Tod kommen. Kinder sterben vor allem aufgrund des Blutverlustes.

In besonders schweren Fällen wurden bis zu 1.500 Würmer im Zwölffingerdarm eines Menschen festgestellt, was rechnerisch einen Blutverlust von 75 ml täglich bedeutet. Dazu kommen immunsuppressive Stoffe, die der Hakenwurm absondert, um seinen Eiern eine ungehinderte Passage durch den Darm zu ermöglichen. Ein Wurm kann pro Tag 6000 Eier ablegen, was sich bei einer Belastung von 1500 Würmern auf mehrere Millionen aufmultipliziert.

Die Wurmlarven sind äußerst empfindlich gegenüber Trockenheit und UV-Strahlung, überleben aber lange Zeit außerhalb des Wirtes in dunklen und feuchten Umgebungen. In Deutschland wurde der Parasit unter dem Namen Gotthard-Tunnel-Krankheit bekannt. Bei den Grabungsarbeiten im 19. Jahrhundert herrschten miserable hygienische Zustände bei etwa 35° Celsius und schlechtem Lüftungssystem, also idealen Ausbreitungsbedingungen für Ancyclostoma duodenale. Zudem war das Immunsystem der Arbeiter durch eine latente Silikose verursacht durch den quarzhaltigen Staub schwer beeinträchtigt.

 

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