Wurmerkrankungen Definition

Die Wurmerkrankung (Helminthiasis) wird durch den Befall des Organismus mit Würmern hervorgerufen. Dabei kann der Betroffene einen Zwischenwirt darstellen, in dem die Würmer nur in einem abgegrenzten Entwicklungsstadium nisten, um dann weiter zu wandern, oder einen Endwirt, den der Wurm bis zu seinem eigenen Absterben besiedelt. Menschen werden hauptsächlich von Plattwürmern, Fadenwürmern oder auch Kratzwürmern befallen.

Die durch den Befall hervorgerufenen Infektionen teilen sich in die präpatente Infektion, die den Aufenthalt des Wurmes in einem Zeitraum seiner Entwicklung kennzeichnet, und die patente Infektion, bei der der ausgewachsene zur Eiablage fähige Wurm den Organismus besetzt. Nachgewiesen wird ein Wurmbefall hauptsächlich durch das Vorhandensein entwicklungsfähiger Eier des Wurmes im Darm und Analbereich des Wirtes, seltener durch das Ausscheiden abgestorbener Wurmteile oder des ganzen Wurmes.

Beim Befall durch den Spulwurm kann es zu allergischen Reaktionen kommen, bei einer Lungendurchwanderung des Wurmes auch zu einer Pneumonie mit Fieber und asthmaähnlichen Anfällen. Die ausgewachsenen Würmer blockieren die Verwertung der Nahrung. Madenwurmbefall verläuft in der Regel symptomlos, gegebenenfalls tritt ein starker Juckreiz in der Analregion auf. Sehr häufig tritt der Befall durch Trichinen auf. Hierbei wird ein tierischer Zwischenwirt genutzt, in dessen Darm die Larven des Fadenwurmes heranreifen.

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt über die Aufnahme des Fleisches des Zwischenwirtes. In diesem Fleisch sind die noch verkapselten Larven enthalten, die sich dann ebenfalls zu ausgewachsenen Würmern entwickeln. Allerdings können sie sich im menschlichen Organismus nicht fortpflanzen, so dass der Mensch für diese Wurmart als Fehlwirt angesehen werden muss. Einige Fadenwürmer werden durch den Stich einer Mücke (die hier als Zwischenwirt dient) übertragen. Die Würmer dringen dann in das Lymphsystem des Endwirtes ein und können schwere Ödeme hervorrufen.

Bei einem Bandwurmbefall ist vor allem die Belastung während des Finnenstadiums des Wurmes sehr hoch. Unter Umständen kann sie zum Tode des Wirtes führen. Besonders verbreitet sind der Fuchsbandwurm oder der Hundebandwurm. Alle Wurminfektionen werden mit Antihelminthika behandelt, die unterschiedlichen Folgeerkrankungen machen jeweils noch eine spezielle Behandlung erforderlich.