Scharlach

Die Infektionskrankheit Scharlach tritt besonders bei Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren auf. Diese Kinderkrankheit wird durch Streptokokken verursacht. Diese können verschiedenartig sein, weshalb es auch möglich ist mehrfach an Scharlach zu erkranken. Durch Tröpfchen und den engen Kontakt erfolgt die Ansteckung über Mund und Rachen. Doch der Erreger kann auch durch offene Wunden übertragen werden, dies nennt man dann Wundscharlach.

Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei bis vier Tage, dann beginnt die Krankheit mit Schüttelfrost, Fieber, Rachenentzündungen und Erbrechen, auch Bauch- und Kopfschmerzen können auftreten. Im Verlauf der Erkrankung treten fleckige weißliche Belege auf, die Lymphknoten schwellen an und es kommt zu Schluckschmerzen. Betroffene haben eine so genannte Erdbeer- oder Himbeerzunge, da die Zunge im Verlauf der Krankheit glänzend rot erscheint und die Geschmacksknospen hervorstehen. Der wohl bekannte Ausschlag, mit intensiv rotgefärbten, stecknadelgroßen Flecken, zeigt sich nach ein bis vier Tagen. Er befindet sich meist in der Achsel- und Leistengegend. Doch ist er kein Beweis für eine Scharlacherkrankung, da auch andere Viruserkrankungen und Unverträglichkeiten zu so einem Ausschlag führen können.

Scharlach
Carol I / photocase.com

 

Etwa zwei Wochen nach Beginn der Scharlachinfektion kann sich die Haut an Finger- und Zehenkuppen, aber auch an Hans- und Fußflächen, schuppen. Scharlach wird meist mit Penicillin behandelt. Aber auch Maßnahmen wie Gurgeln oder Fiebersenkung gehören zur Behandlung der Krankheit. Es existiert keine Schutzimpfung gegen Scharlach. Im 9. Jahrhundert wurde die Krankheit nach Europa eingeschleppt. Die ersten Aufzeichnungen stammen aus dem 16. Jahrhundert. Im April 2009 gab es eine Scharlach- Epidemie in England. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Notfall- Warnung ausgesprochen und eine hohe Sterblichkeit musste gemeldet werden.

Komplikationen sind unter anderem die Streptokokken- Nacherkrankungen wie zum Beispiel rheumatisches Fieber oder Poststreptokokken- Glomerulonephritis. Diese können etwa vier bis sechs Wochen nach der Erkrankung auftreten und entstehen durch die Abwehrreaktion des Immunsystems gegen den Scharlach- Erreger. Sollten die Erreger in die Blutbahn gelingen, kann es zum gefährlichen Streptokokken- Toxic- Shock- Syndrom kommen. Auch Autoimmunerkrankungen wie etwa das Tourette- Syndrom sind mögliche Komplikationen.