Plötzlicher Kindstod - Definition

Der plötzliche Kindstod (lateinisch: Mors subita infantium) ist die häufigste Todesursache von Säuglingen. In Deutschland ist etwa einer von 1000 Säuglingen betroffen. Bei Jungen ist die Sterberate durch plötzlichen Kindstod höher als bei Mädchen. Studien besagen, dass es im Winter zu deutlich mehr Todesfällen kommt als im Sommer. Unter plötzlichem Kindstod oder auch plötzlichem Säuglingstod versteht man den plötzlichen und unerwarteten Tod eines Säuglings während er schläft. Betroffen sind Säuglinge im Alter von zwei bis zwölf Monaten. Allerdings ereignen sich zwischen dem zweiten und dem vierten Lebensmonat des Säuglings die meisten Fälle des plötzlichen Kindstodes. In der Regel werden beim plötzlichen Kindstod keine Ursachen gefunden, warum der Säugling verstorben ist.

Der plötzliche Kindstod, der auch unter dem englischen Namen SIDS (Sudden Infant Death Syndrome) oder unter dem Begriff "Krippentod" bekannt ist, wird durch eine Ausschlussdiagnose eines Pathologen definiert. Dieser muss alle denkbaren, natürlichen und nicht-natürlichen Todesursachen in Erwägung ziehen, genaue Untersuchungen vollziehen und Blutungen, Infektionen, Stoffwechselkrankheiten, Fehlbildungen und Unfälle (Stürze, Vergiftungen, Unterkühlungen, Stromschläge, usw.) ausschließen können. Auch die klinische Vorgeschichte des Säuglings muss bei der Diagnose "Plötzlicher Kindstod" selbstverständlich berücksichtigt werden. In einigen Fällen wird auch ein Gerichtsmediziner zu Rate gezogen.

Die genauen Ursachen für den plötzlichen Kindstod sind bis heute ungeklärt. Es sind aber einige Risikofaktoren, die einen plötzlichen Kindstod begünstigen, bekannt. 80 % der an plötzlichem Kindstod verstorbenen Säuglinge schliefen in Bauchlage. Eine weitere mögliche Ursache stellt eine Unreife des Atmungsapparates dar. Des Weiteren wird vermutet, dass sogenannte RS-Viren (Respiratory-syncytical-Virus), die zu Atemwegserkrankungen führen können, eine zentrale Rolle bei der Entstehung des plötzlichen Kindstodes spielen könnten. Man nimmt jedoch an, dass mehrere spezielle Faktoren zusammen kommen müssen, damit ein plötzlicher Kindstod eintritt. Fakt ist jedoch, dass das Risiko mit zunehmendem Alter sinkt.