Lippen-Kiefer-Gaumenspalte Therapie

Bei der Therapie einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte steht die Herstellung eines ästhetischen Gesamtbilds in Kombination mit der bestmöglichen Funktionalität im Vordergrund. Im Säuglingsalter können bereits Probleme bei der Atmung, der Nahrungsaufnahme und dem Hörvermögen auftreten, die sich im Kleinkindalter noch stärker bemerkbar machen, da die Kinder aktiver werden. Ziel der Therapie ist es bis zum Beginn der Schulzeit ein ansprechendes, optisches Ergebnis und ein optimales, funktionelles Ergebnis zu erreichen. Die Behandlung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte wird von mehreren Ärzten in Zusammenarbeit durchgeführt, Zahnärzte sind ebenso beteiligt wie Kieferchirurgen und Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Für die Entwicklung der Sprache, die aufgrund der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oftmals verzögert ist, werden Sprachtherapeuten eingesetzt. Für die Behandlung von psychologischen Störungen die ebenfalls von der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ausgelöst werden können, wird dann eine Therapie beim Kinderpsychologen eingeleitet.

Die ersten Schritte für die Behandlung werden bereits kurz nach der Geburt des Kindes eingeleitet, unter anderem wird ein Abdruck des Gaumens und des Kiefers genommen, um eine Platte für den Gaumen anzufertigen. Mittels dieser Platte sollen die Atemwege und die Mundhöhle voneinander getrennt werden, so dass das Kind weitgehend normal trinken kann. Mit wachsendem Alter des Kindes wird die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte beim Kind dann verschlossen, zwischen dem dritten und sechsten Monat wird der Kiefer verschlossen, die Spalte im Gaumen wird kurz nach dem ersten Lebensjahr geschlossen.

Neben den operativen Eingriffen zum Verschluss der Kiefer-Lippen-Gaumenspalte ist oftmals psychotherapeutische Betreuung für die Eltern und ihr Kind notwendig, denn insbesondere für die Eltern stellt eine solche Fehlbildung beim Kind eine große, seelische Belastung dar. Während der gesamten Zeit der Behandlung muss das Hörvermögen des Kindes kontrolliert werden, denn durch Funktionsstörungen der Atemwege können auch Hörstörungen auftreten, die dann gesonderter Behandlung bedürfen. In einigen Fällen ist es notwendig in die Ohren sogenannte Paukenröhrchen einzubringen, die eine Verbesserung der Hörfähigkeit bewirken sollen.