Lippen-Kiefer-Gaumenspalte Diagnose

Bei der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte genügt dem Arzt oft ein einziger Blick um die Diagnose zu stellen. Spätestens bei der Geburt des Kindes mit der Fehlbildung wird die Diagnose gestellt, was für die Eltern und Angehörigen zunächst ein großer Schock ist. Handelt es sich um eine komplette Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, ist die Fehlbildung bereits aus der Ferne zu erkennen. Da einige Kinder allerdings nur einen Gaumenspalt haben, die Lippen und das Gesicht jedoch intakt sind, muss zur sicheren Diagnose eine Untersuchung der Mundhöhle erfolgen.

Bei einer bestehenden Gaumenspalte ohne entsprechende Fehlbildung des Gesichtes wird die Diagnose meist erst gestellt, wenn das Kind zum ersten Mal an die Brust angelegt wird, da es zu Schwierigkeiten beim Saugen kommen kann. Ist das Kind nicht in der Lage richtig zu saugen, wird der Kinderarzt eine genauere Untersuchung der Mundhöhle vornehmen, spätestens jetzt werden auch kleinste Gaumenspalten entdeckt und diagnostiziert.

Es ist dank bildgebenden Verfahren mittlerweile auch möglich die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bereits in der Schwangerschaft zu diagnostizieren. Wenn zusätzlich zur Gaumenspalte auch eine Lippenspaltung vorliegt, kann der behandelnde Arzt die Fehlbildung bei einer Ultraschalluntersuchung erkennen. In der Regel erfolgt die Pränataldiagnose zwischen der 17. und der 20. Schwangerschaftswoche, insbesondere wenn in der Familie bereits Fälle einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bekannt sind ist diese Untersuchung besonders wichtig.

Zwar ist keine Behandlung im Mutterleib möglich, aber die Eltern haben wesentlich bessere Möglichkeiten sich auf die Fehlbildung ihres Kindes einzustellen, wenn sie bereits vor der Geburt darüber informiert sind. Wird die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte erst nach der Geburt diagnostiziert sind die Eltern meist schwer geschockt und haben Angst mit der neuen Situation umzugehen. In schlimmen Fällen kommt es sogar vor, dass die Mutter das Kind aus Schreck ablehnt, doch Kinder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte benötigen die Zuwendung und Hilfe ihrer Eltern noch mehr als gesunde Kinder.