Lippen-Kiefer-Gaumenspalte Definition

Es handelt sich bei der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte um eine angeborene Fehlstellung im Gesichtsbereich die unterschiedlich intensiv auftreten kann. Es gibt leichtere Fälle, wo lediglich die Oberlippe gespalten ist und durch einen recht einfachen Eingriff verschlossen werden kann. Bei besonders schweren Fällen sind sowohl die Oberlippe als auch Kiefer und Gaumen gespalten, es kommt zu massiven, funktionalen Störungen. Insbesondere durch den geöffneten Gaumen kommt es bei der Atmung, der Nahrungsaufnahme und oftmals auch bei der Gehörfunktion zu Einschränkungen die behandelt werden müssen.

Wird ein Kind mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren, setzt in der Regel schon drei Monate nach der Geburt die Behandlung ein, ein Abdruck des Kiefers wird allerdings schon in den ersten Lebenstagen genommen. Der erste Schritt der Behandlung ist die Anpassung einer Gaumenplatte, die provisorisch die Öffnung zwischen Atemwegen und Mundhöhle verschließen soll. Ohne diese Platte wäre das Kind kaum in der Lage eigenständig zu atmen und Nahrung aufzunehmen.

Die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte gehört zu den häufigen Fehlbildungen im Gesicht, durchschnittlich leidet bei 600 Geburten eines der Kinder darunter. In den meisten Fällen tritt die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte mittig oder linksseitig auf und die Erkrankungsrate bei Männern ist etwa doppelt so hoch wie bei Frauen.

Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Kinder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte lebenslänglich eingeschränkt, da es kaum eine adäquate Behandlungsmöglichkeit gab, heute jedoch kann mit Hilfe der modernen, plastischen Chirurgie ein ansprechendes Ergebnis mit der Behandlung erzielt werden und Betroffene können ein weitgehend normales Leben führen. Die Kosten für den plastischen Eingriff werden von den Krankenkassen getragen, da die Korrektur einer hohen, psychischen Belastung vorbeugt, die unweigerlich vorhanden wäre wenn das Kind mit der Fehlbildung leben müsste. Abgeschlossen ist die Korrektur der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte in der Regel spätestens vor Beginn der Schulzeit, da die Belastung zu diesem Zeitpunkt für das Kind schon sehr hoch wäre.