Sprachstörungen - Stottern

Unter Stottern wird eine Sprachstörung verstanden, bei welcher es wiederholt zu verzögerter oder unterbrochener Aussprache der Wörter sowie zu ungewöhnlicher Dehnung und Wiederholung einzelner Wörter kommt. Das Stottern beginnt gewöhnlich in der Kindheit, bei 90 Prozent der Betroffenen vor dem achten Lebensjahr.

Stottern - Häufigkeit:

Stottern tritt bei etwa einem Prozent der Erwachsenen auf. Vorübergehend kommt es jedoch relativ häufig bei Kindern im Alter zwischen zwei und vier Jahren vor und etwa die Hälfte aller Kinder, deren Sprachstörung bis zum fünften Lebensjahr andauert, wird auch im Erwachsenenalter noch stottern.

Stottern - Symptome:

Die problematischen Wörter und Töne sind von Person zu Person unterschiedlich und die Schwere des Stotterns kann situationsabhängig sein. Manche Menschen empfinden ihr Schwierigkeit sich zu artikulieren als schlimmer, wenn sie Angst haben (wie etwa beim Sprechen in der Öffentlichkeit, beim Telefonieren oder wenn sie ihre Gefühle ausdrücken wollen), während andere hingegen im entspannten Zustand mehr Schwierigkeiten zu haben scheinen. Selten treten beim Singen oder gemeinsamen Lesen der Kinder in der Schule Probleme auf (möglicherweise weil hier nur wenig direkte Kommunikation stattfindet). Einige Personen, die stottern, leiden auch an Tics (= wiederholtes, unbeherrschtes und unbeabsichtigtes Zusammenziehen eines Muskels) oder Tremor (= unwillkürliche, rhythmisch aufeinanderfolgende Bewegungen in den Muskeln eines Körperteils).

Stottern - Ursachen:

Die Ursachen des Stotterns sind unklar, obwohl das Problem familiär gehäuft aufzutreten scheint. Einige Forscher glauben, dass Stottern auf eine leichte Form einer Hirnschädigung zurückzuführen ist. Andere wiederum betrachten die Sprachstörung eher als primär psychisches Problem.

Stottern - Therapie:

Stottern kann sich oft durch eine Sprachtherapie bessern. Diese kann darin bestehen, dass die betroffene Person beziehungsweise das betroffene Kind lernt, jede Silbe gleich stark zu betonen. Es können auch elektronische Hilfsmittel eingesetzt werden, womit die Stimme des Sprechers unkenntlich gemacht wird oder das Gesprochene über Kopfhörer rückübertragen wird.