Sprachstörungen - Legasthenie

Sprachstörungen und Legasthenie treten häufig im Zusammenhang auf. Legastheniker sind überwiegend nicht in der Lage, gelesene oder gesprochene Worte in korrekter Form schriftlich wiederzugeben.
Die WHO unterscheidet zwischen einer Rechtschreibstörung; einer Lese- Rechtschreibstörung und einer kombinierten Störung schulischer Fähigkeiten.

Zu den Sprachstörungen, die als Folge Legasthenie verursachen können, zählen unter anderem die Sprachentwicklungsverzögerung und die Sprachentwicklungsstörung, bei der die Kinder den zu gering ausgeprägten Wortschatz mit entsprechenden Satzbaufähigkeiten nicht aufholen, der Dysgrammatismus, bei dem das Kind nicht in der Lage ist Sätze entsprechend der Grammatik und der Syntax korrekt zu bilden und die Dyslalie, bei der verschiedene Laute durch andere ersetzt, verändert oder ausgelassen werden.

Eine weitere Form, die oft fälschlich als Sprachstörung bezeichnet wird und Legasthenie zur Folge haben kann, ist die Sprechstörung. Weil Kinder mit Sprechstörungen nicht in der Lage sind, die Worte korrekt zu lesen oder zu sprechen, entstehen hieraus Fehler in der Rechtschreibung. Ein Kind, das den Laut "ch" nur als "sch" aussprechen kann, wird Schwierigkeiten haben diese Laute korrekt zu unterscheiden und schriftlich wiederzugeben. Bei dieser Form der Sprechstörung, der Dysglossien, sind die Sprechorgane wie Gaumen, Zunge, Lippen, Zähne und Rachen nicht richtig ausgebildet oder verändert und machen so eine korrekte Artikulation schwierig bis unmöglich.

Bei beiden Störungen kann eine logopädische Behandlung eine Verbesserung bringen, aber keine vollständige Heilung garantieren. Auch phonologische Störungen, bei denen das Gehör durch Beschädigung oder Fehlbildung nicht korrekt funktioniert, können sowohl Sprachstörungen als auch Legasthenie hervorrufen. Hier hilft oftmals nur ein medizinischer Eingriff, bei dem der Fehler behoben wird, beispielsweise bei einem unbemerkten Trommelfellriss; oder Hilfsmittel wie ein Hörgerät sowie logopädische Betreuung um die resultierenden Störungen zu mildern oder zu heilen.

Es muss beachtet werden, dass es sich hierbei nicht um die einzigen Auslöser von Legasthenie handelt und der Text keine Anleitung zur Diagnose bildet. Weitere Ursachen können genetische Veranlagung, häusliche Sozialisation, neurologische Abweichungen und Wahrnehmungs- und Sehstörungen sein. Diese Problematiken verursachen den Großteil der diagnostizierten Legastheniefälle. Förderungen und Sonderregelungen für Legastheniker treten nur bei ärztlich festgestellter Legasthenie in Kraft; deshalb sollte die Diagnose nur von Fachkräften gestellt werden.