Diphterie Krankheitsverlauf

Zwei bis drei Tage nach der Infektion setzen Fieber, Abgeschlagenheit und Mattigkeit, Schnupfen, Kopfschmerzen und manchmal auch Erbrechen ein.

Bei der Diphtherie unterscheidet man mehrere Formen. Hierbei gilt der Ort des Auftretens und der Verlauf der Erkrankung als Unterscheidungsmerkmal.

Entsteht eine Rachendiptherie, treten Schluckbeschwerden und eine entzündete Gaumen- und Rachenschleimhaut auf. Die Mandeln sind gerötet, die Halslymphknoten und Mandeln sind geschwollen. Die Rachenschleimhaut, Mandeln und Gaumen überziehen sich mit einem grauweißem häutigen Belag. Auch die Mundschleimhaut kann damit überzogen sein. Der Betroffene hat Fieber, einen süßlichen-faden Mundgeruch und macht einen schwerkranken Eindruck.

Eine Nasendiphterie ist verhältnismäßig selten. Sie tritt meist bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Man erkennt sie an einem eitrigen und blutigen Schnupfen (bei Säuglingen muss dieser nicht immer blutig sein), krustigen Belägen am Naseneingang. Das Atmen durch die Nase ist behindert. Typisch ist auch die Mundatmung, welche auch erschwert sein kann. Leichtes Fieber kommt bei dieser Form der Diphtherie vor.

Noch seltener ist inzwischen die Kehlkopfdiphtherie geworden. Man erkennt sie an Heiserkeit, der der Verlust der Stimme folgt, bellendem Husten und Atemnot infolge der dicken Beläge. Der Husten tritt anfangs nur nachts, dann auch tagsüber auf. Eine Kehlkopfdiphtherie, auch "echter Krupp" genannt, kann lebensgefährlich werden, wenn sich die Beläge in Luftröhre und Bronchien ausbreiten. Sie ist die schwerste Form der Diphtherie.

Bei der toxischen Diphtherie werden die Nase, Rachen und Mundhöhle ausgebreiteten Beläge schnell schmutzig braun und blutig. Über diese entzündlichen Flächen gelangen Bakteriengifte (Toxine) in den Organismus. Die Folgen sind fortwährendes Erbrechen, abfallender Blutdruck, hohes Fieber sowie Nasen-, Haut und Darmblutungen. Der Hals ist unförmig dick. Es kann noch nach zwei bis vier Wochen nach Beginn der Erkrankung, wenn sich eigentlich schon ein Heilerfolg eingestellt hat, eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) eintreten, die manchmal tödlich endet. Sehr selten kann durch die Bakteriengifte ein tödlicher Kreislaufschock ausgelöst werden.

Zu den häufigen Komplikationen zählen Lähmungen der Gaumennerven und Sprachstörungen sowie Sehstörungen. Spätlähmungen an Armen und Beinen ebenso wie Atemmuskellähmungen sind selten.