Bluterkrankheit Vorbeugen

Die Bluterkrankheit gehört zu den Erbkrankheiten, die bereits bei der Geburt vorhanden ist, daher gibt es keine Möglichkeit, dieser Erkrankung vorzubeugen. Gerade wenn eine Mutter ihr erstes Kind zur Welt bringt, ist sie meist völlig ahnungslos und weiß nicht, dass sie den Chromosom-X Defekt in sich trägt und auf ihr Kind weiter gegeben hat. Wird die Bluterkrankheit beim Kind diagnostiziert, stellt der behandelnde Arzt einen sogenannten Notfallausweis aus. In diesem Ausweis ist die Krankheit verzeichnet und die Blutgruppe vermerkt, um im Notfall schnell die passenden Gerinnungsparameter spritzen zu können.

Je nach Ausprägung der Hämophilie benötigt der Betroffene regelmäßige Injektionen mit Gerinnungsfaktoren, die durch den Arzt oder den Patienten selbst gegeben werden können. Meist lernt der Patient recht schnell, sich selbst die Injektionen zu setzen und kann somit bei anstehenden Zahnarztbehandlungen oder chirurgischen Eingriffen vorab die Blutgerinnung normalisieren.

Die Bluterkrankheit selbst macht sich für den Patienten nur bei Verletzungen bemerkbar. Sind keine Wunden vorhanden, spürt der Patient von seiner Erkrankung nichts und kann ein normales Leben führen. Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, sollten Patienten keine gefährlichen Sportarten betreiben, die mit einem hohen Verletzungsrisiko einher gehen. Auch andere Tätigkeiten, bei denen die Gefahr einer Verletzung besteht, sollten weitgehend vermieden werden, um das Risiko einer schweren Blutung so gering wie möglich zu halten. Bestimmte Schmerzmittel, die zusätzlich die Blutgerinnung hemmen, müssen unbedingt vermieden werden. Präparate, die Acetylsalicylsäure enthalten, sind beispielsweise für einen Bluter eine zusätzliche Gefahr.

Bei erkrankten Frauen ist jeden Monat während der Regelblutung höchste Vorsicht geboten. Betroffene Frauen spritzen sich in der Regel die Gerinnungsfaktoren regelmäßig. In der Zeit während der Menstruation könnte eine ausgelassene Dosis zur Gefahr für die Frau werden. Große Vorsicht ist auch bei Kindern geboten. Hier ist es wichtig, Verletzungen vorzubeugen, um die Gefahr von Blutungen zu minimieren. Da Kinder jedoch statistisch gesehen wesentlich häufiger kleine Wunden und Verletzungen haben als Erwachsene, bekommen sie in der Regel kontinuierlich Gerinnungsfaktoren gespritzt.