Bluterkrankheit Krankheitsverlauf

Die Bluterkrankheit wird in der Regel in den ersten sechs Lebensmonaten festgestellt. Sobald das Baby aktiver wird, sich selbstständig fortbewegt und somit eine höhere Verletzungsgefahr hat, wird den Eltern auffallen, dass kleinste Wunden stärker und länger bluten als bei gesunden Menschen. Der Kinderarzt stellt die Diagnose Bluterkrankheit anhand von Bluttests und leitet dann je nach Ausprägung der Krankheit sofort die Behandlung mit Gerinnungsfaktoren ein. Einen Verlauf hat die Bluterkrankheit nicht. Sie ist unheilbar, die Patienten können aber bei kontinuierlicher Behandlung ein normales Leben führen.

Die Bluterkrankheit wird nicht stärker oder schwächer. Die Blutgerinnung funktioniert bei erkrankten Menschen nicht und es wird keine Verbesserung oder Verschlechterung geben, wenn keine Gerinnungsfaktoren gegeben werden. Je früher die Bluterkrankheit beim Säugling diagnostiziert wird, umso eher lassen sich Unfälle mit Komplikationen durch starke Blutungen vermeiden. Da die Krankheit vererbt wird, sollte sofort nach der Geburt ein Bluttest vorgenommen werden, wenn in der Familie bereits Personen mit Bluterkrankheit vorhanden sind. Es gibt jedoch auch Fälle, wo beide Elternteile völlig gesund sind, dass Kind aber zum Bluter wird, weil die Mutter den X-Chromosom Defekt in sich trägt, er aber bei ihr selbst nicht ausgebrochen ist.

Da die Bluterkrankheit in unterschiedlicher Intensität auftritt, ist auch die Gefahr für jeden Patienten individuell verschieden. Es gibt einige Menschen, die unter einer so schwachen Form dieser Erkrankung leiden, dass eine Behandlung nur vor großen, chirurgischen Eingriffen notwendig ist, kleinere, alltägliche Verletzungen aber keine Gefahr darstellen. Es gibt jedoch auch Fälle, wo die Blutgerinnung so schwer gestört ist, dass bereits eine minimale Schnittwunde mit einem Messer medizinisch versorgt werden muss.

In diesen besonders starken Fällen könnte beispielsweise eine Zahnextraktion ohne die Gabe von Blutgerinnungsfaktoren den Tod durch Verbluten bedeuten. Menschen mit Bluterkrankheit sind auf die Gabe fremder Gerinnungsfaktoren lebensnotwendig angewiesen. Bei regelmäßiger Behandlung jedoch sind sie in der Lage, ein ganz normales Leben zu führen.