Bluterkrankheit Diagnose

Um die Bluterkrankheit zu diagnostizieren, wird Blut entnommen und es werden die Gerinnungsparameter darin bestimmt. Der Arzt kann anhand dieser Werte sehen, ob die Zeit, in der das Blut gerinnt, der Norm entspricht oder ob eine Abweichung vorliegt. Anhand der Parameter kann auch beurteilt werden, wie intensiv die Störung ist und ob die Gabe von Gerinnungsfaktoren dauerhaft oder nur vor medizinischen Eingriffen notwendig ist. Neben der Blutentnahme ist auch die Beobachtung von Wunden und Verletzungen notwendig, da anhand der Heilungsdauer bestimmt werden kann, welche Stärke die Gerinnungsstörung hat und welche Behandlung für den Patienten notwendig ist.

Häufige Hämatome sind oftmals ein Zeichen auf eine Bluterkrankheit. Hämatome entstehen durch innerliche Verletzungen, bei denen sich das Blut unter der Haut sammelt und nicht nach außen dringt. Da bei der Bluterkrankheit starke Blutungen bereits durch kleine Verletzungen entstehen, steigt auch das Risiko, einen sogenannten blauen Fleck zu bekommen und bereits kleinste Stöße können zu großen Hämatomen führen. Bei Blutern bilden sich insbesondere häufig blaue Flecken in der Nähe von Gelenken und Muskeln. Sie sind ein recht sicheres Anzeichen für diese Erbkrankheit.

Die Diagnose wird meist im Kindesalter gestellt, wenn sich Eltern beispielsweise über nicht heilenden Verletzungen beim Kind wundern oder wenn kleine Stürze beim Kind für große, blaue Flecken sorgen. Aufmerksame Eltern gehen spätestens zu diesem Zeitpunkt mit dem Kind zum Kinderarzt und es wird eine Blutuntersuchung veranlasst. Meist wird die Diagnose spätestens dann gestellt, wenn die Kinder ihre ersten Zähne bekommen. Beim Durchbruch der Zähne kann es zu starken Blutungen am Zahnfleisch kommen, welche Eltern dazu veranlassen, mit dem Kind den Kinderarzt aufzusuchen.

Wenn bereits ein naher Verwandter unter der Bluterkrankheit leidet, wird oftmals bereits routiniert eine Blutuntersuchung nach der Geburt veranlasst, um direkt die Gerinnungsparameter zu bestimmen und dann die Gabe von Gerinnungsfaktoren einzuleiten. Nach der Diagnose Bluterkrankheit wird der Mediziner die Stärke der Störung bestimmen und dann eine entsprechende Therapie zur Gefahrenmilderung einleiten.