Bettnässen Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf beim Bettnässen ist sehr unterschiedlich und variiert von Kind zu Kind. Abhängig davon welche Form des Bettnässens vorliegt, kann der Verlauf recht kurz und das Problem nach wenigen Monaten behoben sein, es kann sich aber auch ein monatelanger Verlauf der Krankheit abzeichnen. Bis zum fünften Lebensjahr besteht bei den Eltern noch kein Grund zur Sorge, wenn das Kind gelegentlich einnässt. Das Nervensystem der Blase entwickelt sich zwischen dem zweiten und dem fünften Lebensjahr, bei einigen Kindern ist die Entwicklung schon mit Beginn des Kindergartens abgeschlossen, andere Kinder brauchen wiederum zwei Jahre oder länger, bevor die eigenständige Kontrolle der Blase reibungslos funktioniert.

Bis zum Alter von fünf Jahren braucht keine Krankheit in Erwägung gezogen werden, wenn das Kind gelegentlich oder gar regelmäßig einnässt. Erst wenn weit über den fünften Geburtstag hinaus noch immer keine vollständige Sauberkeit eingetreten ist, sollten körperliche Ursachen für diesen Umstand ausgeschlossen werden. Liegen keine organischen Erkrankungen vor, kann der Verlauf des Einnässens noch eine Weile beobachtet werden, bis dann ein Kinderpsychologe in Anspruch genommen werden sollte.

Wie oft das Einnässen beim Kind auftritt ist individuell verschieden, einen klassischen Verlauf gibt es nicht. Grundsätzlich kann Bettnässen recht schnell behandelt werden, wenn keine körperlichen Ursachen vorhanden sind. Geduld und Verständnis sind zwei der wichtigsten Faktoren, die dem Kind beim erlernen der eigenen Blasenkontrolle entgegen gebracht werden sollten. Wut und Enttäuschung seitens der Eltern können den Krankheitsverlauf hingegen negativ beeinflussen, da dass Kind durch Wut der Eltern Schuldgefühle bekommt und aus dieser Unsicherheit heraus die Gefahr des Einnässens noch weiter steigt.

Der Beginn des Bettnässens liegt meist nach dem fünften Lebensjahr. Auch wenn das Kind sich vorher bereits eingenässt hat, kann erst ab dem fünften Geburtstag von einer Störung im klassischen Sinne gesprochen werden. Die meisten Kinder verlieren die Störung innerhalb von maximal ein bis zwei Jahren. Sehr wenige Einzelfälle nehmen die Krankheit mit ins Erwachsenenleben und nässen auch mit steigendem Alter noch regelmäßig ein. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Kind keine Therapie von den Eltern ermöglicht bekommt und mit seinen Nöten und Problemen auf sich allein gestellt ist.