Bettnässen Diagnose

Die Diagnose Bettnässen wird nach einer ausführlichen Anamnese gestellt. Der Kinderarzt befragt zunächst die Eltern zu den Situationen in denen sich das Kind einnässt, zu möglichen Problemen in der Familie und zur Häufigkeit des Einnässens. Auch die Sauberkeitserziehung der Eltern kann bei der Diagnose eine Rolle spielen, wenn bereits die Eltern als Kind Probleme mit Bettnässen hatten, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass auch deren Kinder irgendwann eine solche Störung entwickeln.

Um die Ursache des Bettnässens zu ermitteln müssen zunächst körperliche Erkrankungen als Auslöser ausgeschlossen werden. Der Kinderarzt untersucht die Harnwege, die Nieren und die Blase um mögliche Infektionen oder Fehlbildungen als Ursache auszuschließen. Auch andere Krankheiten wie Diabetes oder Epilepsie können für Bettnässen verantwortlich sein, daher müssen auch diese Erkrankungen ausgeschlossen werden. Ist keine körperliche Erkrankung für das Bettnässen verantwortlich, liegt entweder eine psychische Störung oder eine Entwicklungsverzögerung vor. Jetzt ist die Aussage der Eltern sehr wichtig, wenn das Kind bereits sauber war, handelt es sich um eine andere Form des Bettnässens, als wenn die Sauberkeitserziehung nie vollständig abgeschlossen war.

Wenn die körperliche Untersuchung keinerlei Anhaltspunkte bietet, empfehlen Ärzte in der Regel die vorübergehende, stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus. Während diesen Aufenthalt werden psychologische Untersuchungen absolviert, bei nächtlichem Einnässen wird das Kind oftmals in einem Schlaflabor untersucht. Darüber hinaus wird bei einem Klinik Aufenthalt auch die Häufigkeit des Harndrangs und die Menge des Urins bestimmt, um eine verminderte Blasenleistung und daraus resultierendes Einnässen auszuschließen.

Der Ausschluss körperlicher Ursachen ist der wichtigste Bestandteil bei der Diagnosestellung, denn missgebildete Harnwege oder versteckte Entzündungen im Harntrakt können für das Kind schwere, gesundheitliche Folgen haben, die weit über das Einnässen hinaus gehen. Der Aufenthalt im Krankenhaus beschränkt sich zur Diagnosestellung auf maximal zwei Tage, bei sehr kleinen Kindern ist es oftmals möglich, dass die Eltern als Begleitperson mit dem Kind ins Krankenhaus gehen.