Bettnässen Definition

Im Alter von zwei Jahren lernen Kinder ihre Blasentätigkeit zu kontrollieren und können selbst entscheiden, wann sie die Toilette aufsuchen müssen. Wie lange ein Kind benötigt, bis es völlig ohne Windeln auskommt und ohne Hilfe zur Toilette gehen kann ist individuell verschieden, bis zum fünften Lebensjahr wird gelegentliches einnässen nicht als Störung bezeichnet. Mit Geduld und Förderung erreichen Eltern bei kleinen Kindern in der Regel von selbst, dass sie sich nicht mehr einnässen. Erst nach dem fünften Lebensjahr wird regelmäßiges einnässen in der Nacht oder gar am Tag bedenklich, ab diesem Zeitpunkt sollte eine psychische oder körperliche Störung in Betracht gezogen werden.

Es gibt verschiedene Voraussetzungen, dass medizinisch gesehen vom Bettnässen gesprochen wird. Grundvoraussetzung ist, dass das Kind mindestens fünf Jahre oder älter ist und sich noch immer in der Nacht oder am Tag einnässt. Zusätzlich muss die Störung über mindestens drei Monate mit einer Häufigkeit von zwei oder mehr Vorfällen vorliegen, um von einer Störung im medizinischen Sinne zu sprechen. Bevor über eine psychologische Beeinträchtigung nachgedacht wird, muss eine körperliche Erkrankung ausgeschlossen werden. Unterschieden wird noch in primäres und sekundäres Einnässen. Bei der primären Form war das Kind auch in der Vergangenheit nie vollständig trocken, von der sekundären Form wird gesprochen, wenn das Kind über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr völlig selbständig zur Toilette gehen konnte und nicht eingenässt hat.

Unterschieden wird Einnässen auch in die Tag- oder Nachtform, jedoch gibt es auch Kinder die sowohl tagsüber als auch in der Nacht einnässen. Bei beiden Formen ist der Leidensdruck für das Kind am schlimmsten, denn Scham und Traurigkeit sind oftmals die stetigen Begleiter der betroffenen Kinder. Sehr entscheidend für die Behandlung und Heilung der Störung ist das Verhalten der Eltern. Einige Eltern reagieren mit Verständnislosigkeit, werden wütend und bestrafen das Kind, doch durch dieses Verhalten wird das Kind noch unsicherer und neigt dazu noch häufiger einzunässen.