Bettnässen

Die Bezeichnung Bettnässen steht für eine Erkrankung bei der sich Kinder über das Kleinkindalter hinaus regelmäßig einnässen. Bettnässen gehört zu den häufigen Störungen im Kindesalter die mit entsprechender, therapeutischer Behandlung fast immer in den Griff zu kriegen ist. Es gibt zwei Formen dieser Störung, dem nächtlichen Einnässen und dem Einnässen am Tag. Bei der nächtlichen Variante ist oftmals keine psychische Störung vorhanden, sondern nur eine mangelnde Kontrolle der Blasentätigkeit in der Nacht. Wenn Kinder jedoch noch im Kleinkindalter tagsüber einnässen, hat es meist psychologische Ursachen, die nur mit Hilfe einer Therapie behoben werden können

Die Ursachen für Bettnässen sind völlig unterschiedlich. Wenn die Störung ausschließlich in der Nacht auftritt, können Ängste der Auslöser sein, beispielsweise wenn das Kind sich nicht traut alleine zur Toilette zu gehen. Bei einigen Kindern ist lediglich der Schlaf so tief, dass sie den Harndrang nicht verspüren und sich somit einnässen. Diese Form der Störung ist oftmals schon innerhalb weniger Wochen oder Monate behandelbar, wenn Angst der Auslöser ist, kann meist eine Lösung gefunden werden, wodurch die Ängste verschwinden oder abgemildert werden.

Einnässen am Tag ist die kompliziertere Variante dieser Erkrankung, da eine Vielzahl an Ursachen vorliegen kann. Kinder die beispielsweise ein Trauma erlitten haben, sei es durch sexuellen Missbrauch oder den frühen Verlust eines Elternteiles leiden sehr häufig unter Einnässen. Die Krankheit hat für das Kind einen hohen Leidensdruck, denn das Einnässen ist mit einem großen Schamgefühl verbunden und mit Einschränkungen bei der normalen Lebensführung.

Es ist beispielsweise bei Kindern die in der Nacht einnässen kaum möglich sie bei Freunden übernachten zu lassen oder sie an Schulausflügen mit Übernachtung teilnehmen zu lassen. Aus Scham isolieren sich die Kinder häufig, was zu Depressionen und Vereinsamung führen kann. Bettnässen ist jedoch eine Störung die behandelbar ist, so dass das Kind nach einer erfolgreichen Therapie ein ganz normales Leben führen kann und die Störung als geheilt gilt.