Autismus Therapie

Die Therapie von Autismus setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Bei der medikamentösen Therapie sollen vor allen Dingen die Fähigkeiten des Geistes gefördert werden. Ist beispielsweise ein erhöhter Serotoninspiegel der Auslöser von Lern- und Denkstörungen, werden entsprechende Präparate zur Senkung des Botenstoffes gegeben. In der Regel steigt dadurch die Fähigkeit der Konzentration und der Autist ist in der Lage mehr zu lernen und die Denkfähigkeit zu erhöhen. Bei Störungen des Dopaminhaushaltes werden mitunter Neuroleptika verabreicht, die auch zur Behandlung von schizophrenen Psychosen eingesetzt werden. Zwar haben diese Medikamente auch unerwünschte Nebenwirkungen, doch in der Praxis hat sich gezeigt, dass die Gabe verschiedener Präparate positive Auswirkungen auf die Prognose von Autismus hat.

Eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Autismus spielt auch die Verhaltenstherapie. Durch Belohnungen und Anreize werden autistische Kinder angeregt verschiedene Verhaltensmuster zu erlernen und die Fähigkeit zur Kontaktaufnahme mit anderen zu steigern. Da die Kinder bei Beginn der Therapie noch sehr jung sind, ist die enge Zusammenarbeit mit den Eltern unerlässlich. Die Eltern haben nicht nur die Aufgabe ihr Kind zu fördern, sie lernen in der Therapie auch, wie sie selbst mit der Tatsache umgehen können, dass ihr Kind an Autismus leidet.

Der Grundsatz der Verhaltenstherapie liegt darin, dass die Patienten lernen sollen auf andere Kinder zu zugehen und in Kontakt mit ihnen zu treten. Wenn dieser Kontakt besteht, sind die Patienten oftmals besser in der Lage Verhaltensmuster von anderen Menschen zu erlernen und somit die eigenen Fähigkeiten zu steigern. Die Verhaltenstherapie wird über einen sehr langen Zeitraum durchgeführt, denn insbesondere Patienten mit geistigen Einschränkungen benötigen viel Zeit und Geduld bis sich erste Erfolge bei der Therapie zeigen.

Da es Patienten gibt die nicht in der Lage sind zu sprechen, wird auch der Behandlung durch Logopäden eine wichtige Bedeutung beigemessen. In Sitzungen mit einem erfahrenen Logopäden lernen Autisten die Sprache kennen, erfahren welche Betonung auf den unterschiedlichen Wörtern liegt und bekommen Unterstützung im Umgang mit Worten und mit der Möglichkeit sich durch Sprache bemerkbar zu machen. Mitunter wird neben diesen drei Komponenten der Autismus-Therapie auch eine gesonderte Therapie für die Eltern notwendig, insbesondere wenn gegenüber dem Kind eine abneigende Haltung besteht. Der Großteil aller Eltern befasst sich während der Schwangerschaft nicht mit dem Gedanken, dass ihr Kind möglicherweise als Autist zur Welt kommen könnte. Entsprechend groß ist der Schock bei der Diagnose und die Verzweiflung wenn das eigene Kind nicht reagiert, kein Lächeln erwidert und keinerlei emotionale Rührung zeigt.