Autismus Definition

Die Krankheit Autismus wird in vier Arten unterteilt. Am häufigsten treten somatogene und psychogene Formen auf, aber auch das sogenannte Asperger-Syndrom und das Kanner-Syndrom gehören zu den Unterarten von Autismus. Bei allen vier Arten der Erkrankung haben die Betroffenen enorme Schwierigkeiten beim Aufbau von Zwischenmenschlichkeiten. Sie sind sehr stark auf die eigene Person fixiert und beschäftigen sich mitunter stundenlang mit den eigenen Händen oder mit ihren eigenen Gedanken.

Die Kontaktaufnahme ist von frühester Kindheit an gestört. Bereits Säuglinge mit Autismus sind nicht oder nur eingeschränkt in der Lage Kontakt zu ihren Bezugspersonen aufzunehmen. Sie wirken abwesend und unbeteiligt. Im Kleinkindalter manifestiert sich die Störung dann vollständig. Der Kontakt zu Gleichaltrigen ist meist überhaupt nicht vorhanden und wird von den betroffenen Kindern auch nicht gewünscht.

Bis Anfang des Jahres 1943 war Autismus die Bezeichnung für verschiedene, psychologische Krankheitsbilder, die heute differenziert wurden. Damals galt beispielsweise die Schizophrenie als autistische Erkrankung, da die Wahrnehmungsstörungen und das Entfremdungserleben beider Krankheiten ähnlich sind. Der Psychiater Kanner sorgte für die Differenzierung beider Krankheiten, daher wurde auch eine Form des Autismus nach ihm benannt. Statistisch gesehen leiden schätzungsweise drei Kinder von 10.000 an einer Form von Autismus. Das Erkrankungsrisiko bei Jungen liegt etwa vierfach so hoch wie bei Mädchen. Insbesondere beim Asperger-Syndrom gibt es fast ausschließlich männliche Patienten.

Die Diagnose Autismus wird meist schon im ersten oder zweiten Lebensjahr gestellt. Bei schweren Formen der Erkrankung kann der Verdacht schon im Säuglingsalter auftreten. Da bei so jungen Patienten noch keine eigenständige Psychotherapie möglich ist, läuft die Behandlung in enger Zusammenarbeit mit den Eltern, die sich ihrerseits auf die Erziehung eines autistischen Kindes vorbereiten und einstellen müssen. Es ist nicht möglich, Autismus komplett zu heilen, aber es gibt die Möglichkeit, durch medikamentöse, therapeutische und logopädische Behandlung die Betroffenen auf ein Level zu bringen, welches ein einigermaßen eigenständiges Leben ermöglichen kann.